Radmarathon - Die Veranstaltung

Radtrikot 2017Am Samstag, 4. August, machten sich insgesamt etwa knapp 145 RadlerInnen auf den Weg, um auf der 342 km langen Schleife durch den Südwesten Deutschlands für eine atomwaffenfreie Welt zu demonstrieren und an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zu erinnern. Das Teilnehmerfeld war bereits seit Ende Juni ausgebucht, einige mussten kurzfristig zurückziehen. Deutlich über 90 % waren dabei über die Gesamtstrecke unterwegs. Wie im Vorjahr führte die Strecke von Bretten über Heidelberg, Mannheim, Kaiserslautern, Ramstein, Landau zurück nach Bretten. Seit 2008 ist die Stadt im Kraichgau, Start- und Zielort. Der RSC Bretten ist seit vielen Jahren Mitveranstalter der von der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Baden-Württemberg organisierten Tour.

Trotz dauerhafter Hitze über 30 Grad ab morgens um 9 Uhr und teilweise bis zu 37 Grad im Schatten kamen alle RadlerInnen erschöpft aber gelöst und in guter Stimmung am Abend in Bretten an. Einige zollten den heißen Temperaturen Tribut und stiegen früher aus. Es war hochkonzentriert, was insbesondere den Orga-Fahrern des RSC Bretten zu verdanken war, in Abstimmung mit den Begleitfahrzeugen und der sehr guten Absicherung durch die Polizei. Und natürlich der ständig hervorragenden Verpflegung und der vielen Flüssigkeitszufuhr in den Stationen und in den sonstigen Pausen.

In Heidelberg begrüßte Hilde Stolz (Stadträte Bunte Linke) mit einem ausführlichen Plädoyer für Frieden, atomare Abrüstung und den Stopp von Rüstungsexporten unterhalb des Schlosses. Zum 11. Male in Folge fanden sich die RadlerInnen vor dem Mannheimer Rathaus ein. Bürgermeisterin Felicitas Kuballas bedankte sich für die Stadtverwaltung und den Schirmherren, Oberbürgermeister Peter Kurz, Hedi Sauer-Gürth sprach für das Friedensplenum und Hermino Katzenstein als radelnder Landtagsabgeordneter. Für den Beigeordnete Färber sei es eine Ehre, dass Kaiserslautern wieder Station der Pacemakers gewesen sei. Die Dekanin Dorothee Wüst und Pfarrer Detlev Besier lobten das lang anhaltende Engagement. Bewegend verlief die Ansprache von Klaus Wirtgen am Mahnmal für die Opfer der Flugkatastrophe vor dreißig Jahren in Ramstein sowie der Friedenssegen von Hans-Heinrich Wirtgen, Pfarrer im Ruhestand. Schließlich zog die Schilderung der Erlebnisse bei der Nobelpreisverleihung in Oslo die Menschen in den Bann.

Denn die längste eintägige Raddemonstration in Deutschland stand heuer unter einem besonderen Stern. Die DFG-VK ist als Ausrichter der Pacemakers-Radsportveranstaltungen und einer von 470 Partnern der internationale Kampagne für die Abschaffung aller Atomwaffen (ICAN) in über 100 Ländern auch Friedensnobelpreisträger 2017, zusammen u.a. mit der bundesweiten Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“ und den fast 7.500 Mayors for Peace weltweit. Wir sind dankbar, ein Teil einer weltweiten Bewegung zu sein, die in diesen bedrohlichen Zeiten eine Abkehr der atomaren Abschreckung einfordert und sich für die Eliminierung dieser Massenvernichtungswaffen einsetzt. 250 Campaigner von ICAN waren bei der Preisverleihung am 10. Dezember in Oslo, darunter auch etwa ein Dutzend aus Deutschland. Mit dabei Pacemakers-Koordinator Roland Blach. Ausgezeichnet wurde der bahnbrechende Einsatz, über die humanitären Konsequenzen eines Einsatzes von Atomwaffen und deren Folgen für Mensch und Umwelt aufzuklären. Gleichzeitig war ICAN verantwortlich dafür, dass mit der großen Mehrheit der Staatengemeinschaft, insbesondere den Ländern des Südens, am 7. Juli 2017 der Vertrag zum Verbot von Atomwaffen an der UNO beschlossen wurde.

Mit dem 14. Marathon haben wir unseren Wunsch erneuert, die Bundesregierung möge diesen Vertrag unterzeichnen, wie bereits fast 60 Staaten zuvor. Über 800 Einzelpersonen und Organisationen haben dazu einen Aufruf unterzeichnet, der am selben Tag in der FAZ und der taz veröffentlicht wurde, darunter auch von Prominenten wie Konstantin Wecker und Oberbürgermeister aus der Region Stuttgart. Der Marathon verdeutlichte wiederholt die außergewöhnliche Verbindung zwischen der Friedensbewegung, dem Radsport und den Städten, die sich vielfach in den Mayors for Peace engagieren. Das nicht zu übersehende Peloton wurde eskortiert von der Polizei sowie durch die Pacemakers-Begleitfahrzeuge. Die Friedensinitiativen Bretten und Westpfalz, die DFG-VK Mannheim und der Heidelberger Friedensratschlag unterstützen den Marathon. Die Schirmherrschaft für den Radmarathon hatten gemeinsam die Oberbürgermeister Martin Wolff (Bretten) und Dr. Peter Kurz (Mannheim) übernommen. Mit Martin Wolff und Christian Schönung (Lorsch) waren immerhin zwei Bürgermeister Teil des Pelotons, zusätzlich mit Hermino Katzenstein ein Landtagsabgeordneter..

Viele TeilnehmerInnen meldeten sich danach in dieser oder ähnlicher Form zurück: „Auch dieses Jahr 2018 kann den Pacemakers Marathon in meiner Hitliste nichts mehr toppen. Die Organisation, die Freundlichkeit, das Miteinander und der gute Zweck sind einfach unbeschreiblich. Das Fahren im geschlossenen Verband einzigartig. Vielen Dank auch an die unzähligen Helfer und Helferinnen welche uns den ganzen Tag mit Essen und Trinken in unglaublichster Form unterstützt haben.“ Mein Respekt gilt allen RadfahrerInnen, die diesen Tag bei der Hitze gemeistert haben.

.

Schirmherren

 


Martin Wolff
Oberbürgermeister
von Bretten


Dr. Peter Kurz
Oberbürgermeister
von Mannheim --!>